So hat Jesus geliebt – und wir?

„Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! So wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.“ – Johannes 13,34

Gründonnerstag ist der Abend, an dem Jesus mit seinen Jüngern das letzte Abendmahl gefeiert hat – kurz bevor er verraten, verhaftet und gekreuzigt wurde. Es war ein stiller, aber tief bewegender Moment. Jesus wusste, was auf ihn zukommt. Und trotzdem war dieser Abend geprägt von Liebe, von Nähe, von einer Botschaft, die bis heute gilt.

Jesus wäscht seinen Jüngern die Füße – eine Geste voller Demut und Hingabe. Und dann spricht er dieses neue Gebot: Liebt einander, wie ich euch geliebt habe.

Dieser Vers zeigt uns, wie unglaublich tief und selbstlos Gottes Liebe ist. Jesus, der Sohn Gottes, beugt sich vor seinen Freunden nieder, um ihnen die Füße zu waschen – eine Aufgabe, die sonst nur Diener taten. Er tut das, um ihnen zu zeigen: So ist meine Liebe. Dienend. Hingebungsvoll. Echt.

Gott liebt nicht aus der Ferne. Er kommt ganz nah. Er liebt uns nicht, weil wir perfekt sind, sondern gerade in unserer Schwachheit, mitten in unserem Versagen. Und er hört nicht auf zu lieben – selbst nicht in der Nacht, in der er verraten wurde.

Wir sehnen uns nach echter Liebe. Nach Annahme, nach Geborgenheit, nach jemandem, der uns sieht – mit allem, was wir sind. Und Jesus sagt: Ich sehe dich. Ich liebe dich. So wie du bist.

Aber er bleibt nicht dabei stehen. Er ruft uns dazu auf, diese Liebe weiterzugeben. Nicht nur, wenn es leicht ist. Sondern besonders dann, wenn es herausfordert. Wenn wir verletzt wurden, enttäuscht sind, uns unverstanden fühlen.

Was bedeutet das für unseren Alltag?

Gründonnerstag lädt uns ein, unsere Haltung zu hinterfragen: Wie gehen wir mit anderen um? Lieben wir nur, wenn es angenehm ist? Oder sind wir bereit, so zu lieben, wie Jesus geliebt hat – mit Herz, mit Demut, mit Vergebung?

Vielleicht gibt es Menschen in deinem Leben, mit denen du gerade im Streit bist. Vielleicht fühlt sich jemand allein oder unverstanden. Vielleicht bist du es selbst. Dann darfst du heute neu hören: Du bist geliebt. Bedingungslos. Und du darfst diese Liebe weitertragen.

Kleine Taten der Liebe können Großes bewirken. Ein Gespräch, eine Umarmung, ein Zeichen der Versöhnung. Jesus hat es vorgemacht – und lädt uns ein, seinem Beispiel zu folgen.

Gottes Segen,

Ulrike

Ein Gebet:

Jesus, danke, dass du mich liebst – nicht nur mit Worten, sondern mit Taten. Danke, dass du dich für mich hingegeben hast. Lehre mich, so zu lieben wie du. Wo ich hart bin, mach mein Herz weich. Wo ich verletzt bin, heile mich. Und wo ich anderen wehgetan habe, schenke mir den Mut, um Vergebung zu bitten. Deine Liebe soll in mir sichtbar werden. Amen.

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