„Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir; hab keine Angst, denn ich bin dein Gott! Ich stärke dich, ich helfe dir, ich halte dich mit meiner siegreichen Hand.“ – Jesaja 41,10
Es gibt Momente im Leben, da gerät alles ins Wanken. Nichts ist mehr sicher, und ich merke: Ich habe keine Kontrolle. Ich will helfen, will etwas tun – aber ich kann nicht. Wenn mein Kind leidet, krank ist oder einfach innerlich kämpft – dann ist das eine der schlimmsten Ohnmachten, die ich kenne. Mein Herz zieht sich zusammen, und ich würde alles geben, um ihm das abzunehmen. Aber ich bin nur ein Mensch. Ich bin begrenzt.
In solchen Momenten erinnere ich mich an diesen Vers aus Jesaja. Der Prophet sprach diese Worte im Namen Gottes zu einem Volk, das Angst hatte. Israel war schwach, bedroht, verzweifelt. Doch genau da hinein sagt Gott: Fürchte dich nicht. Ich bin da. Ich stärke dich. Ich helfe dir. Ich halte dich.
Dieser Vers hat mich schon oft getragen. Denn er sagt etwas Wichtiges über Gott: Er ist nicht weit weg. Er ist nicht machtlos. Er ist nicht gleichgültig. Nein – er ist da. Er sagt: Ich bin dein Gott. Ich stärke dich. Ich helfe dir. Ich halte dich fest, mit meiner Hand, die niemals versagt.
Und was sagt der Vers über uns Menschen? Dass wir Angst haben dürfen. Dass wir uns schwach fühlen dürfen. Aber dass wir nicht allein sind. Wir dürfen uns halten lassen, vertrauen, loslassen. Gott weiß, dass wir es nicht schaffen – und gerade deshalb verspricht er uns seine Kraft.
Was bedeutet das im Alltag? Für mich heißt es: Ich darf ehrlich sein. Ich darf Gott meine Angst zeigen, meine Ohnmacht. Ich darf sagen: „Ich kann gerade nichts tun. Aber du kannst.“ Ich lege mein Kind, meine Sorgen, meine ganze Hilflosigkeit in Gottes Hände. Und glaube, dass er mich hält. Und mein Kind. Und jede Situation.
Ich bete, weine, warte – aber ich tue es nicht mehr aus eigener Kraft, sondern mit dem Wissen: Gott ist bei mir. Und wenn ich es nicht schaffe zu stehen, dann trägt er mich.
Vielleicht steckst du gerade in einer Situation, die dir Angst macht. Vielleicht weißt du nicht, wie es weitergehen soll. Du fühlst dich ohnmächtig, klein, schwach. Dann möchte ich dich ermutigen: Lauf zu Gott. Such Zuflucht bei ihm. Sag ihm alles, was dich bewegt. Und vertrau darauf, dass er da ist – auch wenn du ihn nicht siehst. Er ist dein Helfer. Auch für dich.
Gottes Segen,
Ulrike
Gebet:
Gott, du siehst meine Angst. Du weißt, wie sehr ich mir wünsche, dass alles gut wird. Ich bin oft so hilflos. Aber ich will mich bei dir bergen. Sei du meine Stärke, wenn ich schwach bin. Sei du meine Hilfe, wenn ich nichts tun kann. Und hilf mir, dir zu vertrauen – mitten in der Unsicherheit. Amen.



