„Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus. Er ist der barmherzige Vater, der Gott, von dem aller Trost kommt“
Der Vers steht ganz am Anfang des zweiten Korintherbriefs. Paulus beginnt diesen Brief nicht mit Klagen oder Bitten, sondern mit einem Lobpreis an Gott – mitten in schwierigen Umständen. Nur ein paar Verse später spricht er von Bedrängnis, Leid und Trübsal, die er selbst erlebt hat. Und doch ruft er aus: „Gelobt sei Gott!“ Warum? Weil er erfahren hat, dass Gott ein barmherziger Vater ist – der Ursprung allen Trostes.
Was der Vers heute für mich bedeutet
Dieser Vers ist für mich wie eine warme Decke an einem kalten Tag. Er erinnert mich daran, dass ich nicht allein bin mit meinem Schmerz, meiner Angst oder meinen Zweifeln. Gott ist nicht ein ferner Gott, der sich nicht kümmert. Nein – er ist der Vater, der sieht. Der hört. Der nahe ist. Und der tröstet, wie es kein Mensch je könnte.
Es gibt Zeiten, in denen mein Herz schwer ist. Aber dann darf ich mich an diesen Vers halten: „Von ihm kommt aller Trost.“ Nicht ein bisschen Trost. Nicht nur ab und zu. Sondern aller Trost. Er ist die Quelle. Und diese Quelle versiegt nie.
Gott ist barmherzig. Das ist sein Wesen. Er ist nicht hart oder gleichgültig. Er ist ein Vater – mit einem Herz voller Liebe für seine Kinder. Wenn wir leiden, leidet er mit. Wenn wir weinen, sieht er unsere Tränen. Er will nicht, dass wir allein durch dunkle Täler gehen. Er will uns nahe sein und uns trösten. Das ist ein großes Geschenk. Und manchmal auch ein Geheimnis, das wir erst im Rückblick erkennen.
Ich darf mit allem zu Gott kommen. Mit meiner Freude – aber auch mit meinem Kummer. Ich muss nichts verstecken. Seine Arme sind offen. Und oft kommt sein Trost auf leisen Sohlen: durch ein gutes Wort, einen Menschen an meiner Seite, einen Sonnenstrahl, einen Bibelvers, der mein Herz trifft.
Ich will lernen, in schwierigen Momenten zuerst zu ihm zu gehen – nicht zuletzt. Ich will ihn loben, auch wenn mir nicht danach ist, weil ich weiß: Er ist da. Und er bleibt.
Und wenn ich selbst einmal jemanden trösten darf, dann will ich das nicht aus eigener Kraft tun, sondern aus der Kraft, mit der Gott mich getröstet hat. So wird sein Trost weitergegeben – von Herz zu Herz.
Vielleicht brauchst du gerade heute diesen Trost. Ich wünsche dir, dass du ihn ganz tief in deinem Herzen spürst. Du bist nicht allein. Gott sieht dich. Und er bleibt.
Mit herzlichen Grüßen,
Ulrike
.Gebet
Vater, ich danke dir, dass du der Gott allen Trostes bist. Du siehst mein Herz. Du weißt, wo es schmerzt. Und du kommst mir ganz nah – mit deiner Liebe, deiner Nähe und deinem Frieden. Lass mich deinen Trost erleben – mitten in allem, was mich bewegt. Und mach mich sensibel für die Menschen um mich herum, die ebenfalls deinen Trost brauchen. Danke, dass du nie fern bist. Amen.


