Wenn ich sagte: Mein Fuß wankt!, so unterstützte mich deine Gnade, HERR.“
(Psalm 94,18)
Es gibt Momente, in denen wir innerlich ins Wanken geraten. Situationen, in denen alles zu viel wird, der Boden unter den Füßen nachgibt, und wir das Gefühl haben, jeden Halt zu verlieren. Vielleicht kennst du solche Zeiten. Du hast alles versucht, bist treu geblieben, hast gebetet – und trotzdem fühlst du dich erschöpft, überfordert oder mutlos.
Der Psalmvers spricht genau in solche Augenblicke hinein: „Wenn ich sagte: Mein Fuß wankt, so unterstützte mich deine Gnade, HERR.“ Das ist ein ehrliches Eingeständnis: „Ich schaffe es nicht alleine.“ Aber gleichzeitig ist es auch ein Bekenntnis voller Hoffnung: „Gott ist da. Seine Gnade hält mich fest.“
Ich durfte das selbst erleben. Gerade dann, wenn ich dachte, es geht nicht mehr weiter – da war er da. Nicht immer spürbar, nicht immer mit sofortiger Lösung. Aber seine Gnade hat mich getragen. Manchmal durch ein Bibelwort, durch ein ermutigendes Gespräch, durch ein Gebet, durch Lobpreis oder einfach durch den inneren Frieden, der sich plötzlich ausbreitete.
Gottes Gnade ist nicht abhängig von meiner Stärke oder meinem Glauben. Sie ist immer da – auch wenn mein Fuß wankt. Ich darf fallen, ich darf schwach sein, ich darf zweifeln. Aber ich falle niemals tiefer als in Gottes Hand. Seine Gnade ist unendlich, seine Treue hört nie auf.
Vielleicht stehst du gerade an einem Punkt, an dem du wankst. Du musst nicht stark sein. Du darfst dich anlehnen. Du darfst dich tragen lassen – von der Gnade Gottes, die nie aufhört, dich zu lieben.
Gottes Segen,
Ulrike
Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten,
Streiflichtern gleich, Bilder aus meinem Leben.
Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand,
meine eigene und die meines Herrn.
Als das letzte Bild an meinen Augen vorübergezogen
war, blickte ich zurück. Ich erschrak, als ich entdeckte,
daß an vielen Stellen meines Lebensweges nur eine Spur
zu sehen war. Und das waren gerade die schwersten
Zeiten meines Lebens.
Besorgt fragte ich den Herrn:
„Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen, da hast du
mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein.
Aber jetzt entdecke ich, dass in den schwersten Zeiten
meines Lebens nur eine Spur im Sand zu sehen ist.
Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich am
meisten brauchte?“
Da antwortete er:
„Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie
allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.
Dort wo du nur eine Spur gesehen hast,
da habe ich dich getragen.“ ( von Christian Herrling)
Gebet:
Herr, manchmal gerate ich ins Wanken. Sorgen, Angst oder Zweifel nehmen mir den Boden unter den Füßen. Danke, dass deine Gnade mich auffängt. Danke, dass du mich nicht fallen lässt. Hilf mir, dir zu vertrauen – gerade dann, wenn ich schwach bin. Ich will mich auf deine Gnade stützen und wissen: Du bist da. Immer. Amen.


