„Seid wachsam, steht fest im Glauben, seid mutig, seid stark!“
(1. Korinther 16,13)
Als ich diesen Vers gelesen habe, ist mir sofort ein Wort eingefallen: Dranbleiben. Dranbleiben im Glauben – auch wenn es schwerfällt. Auch wenn Schwierigkeiten kommen. Auch wenn ich mich schwach fühle oder alles in mir schreit, aufzugeben.
Dieser Vers steht am Ende des ersten Korintherbriefs. Paulus schreibt ihn an eine Gemeinde, die mit vielen Herausforderungen zu kämpfen hatte. Es gab Streit, Unsicherheit, sogar falsche Lehren. Und genau in diese Unsicherheit hinein ruft Paulus: Seid wachsam! Steht fest im Glauben! Seid mutig! Seid stark!
Das ist kein harter Befehl – für mich klingt es wie eine liebevolle, eindringliche Ermutigung eines Freundes. Wie jemand, der weiß, wie zerbrechlich unser Glaube manchmal sein kann. Der selbst erlebt hat, wie leicht wir durch Sorgen, Lügen oder schwierige Zeiten den Blick auf Jesus verlieren.
Ich kenne das so gut. Es gibt Tage, da flüstert mir der Feind ins Ohr: „Gott hat dich vergessen. Deine Gebete bringen nichts.“ Und dann spüre ich, wie wichtig es ist, wachsam zu sein. Nicht alles zu glauben, was sich in meinen Gedanken breitmacht. Sondern die Wahrheit zu suchen – in Gottes Wort. Die Bibel ist meine Waffe, wenn der Feind kommt. Sie erinnert mich daran, wer ich bin: Ein Kind Gottes. Geliebt. Gehalten. Nie allein.
Gott selbst fordert mich in diesem Vers auf: Bleib stark. Habe Mut. Vertraue mir. Nicht, weil ich alles aus mir selbst schaffen muss, sondern weil er mir die Kraft gibt. Ich darf in seiner Stärke leben, nicht in meiner.
Und ich merke immer wieder: Ich brauche Gemeinschaft. Ich brauche andere Christen um mich herum, die mit mir beten, mich ermutigen, mir Wahrheit zusprechen. Wenn ich mich zurückziehe, werde ich angreifbarer. Aber wenn ich in der Gemeinschaft bleibe, stehe ich unter einem besonderen Schutz. Denn Gott wirkt durch seine Gemeinde.
Was bedeutet dieser Vers für meinen Alltag?
- Ich will aufmerksam bleiben – nicht alles glauben, was mir meine Gefühle sagen.
- Ich will fest stehen im Glauben – selbst wenn meine Welt wankt.
- Ich will mutig sein – weil Jesus bei mir ist.
- Ich will stark sein – nicht aus eigener Kraft, sondern in seiner.
Und ich will immer wieder den Blick auf Jesus richten. Nicht auf meine Sorgen, meine Schwächen oder das Chaos um mich herum. Sondern auf den, der mich liebt und nie loslässt.
Gebet:
Jesus, ich danke Dir, dass Du mir Mut machst. Du weißt, wie oft ich mich schwach fühle. Aber Du sagst: Sei stark. Halte fest. Vertraue mir. Herr, hilf mir, wachsam zu bleiben, Deiner Wahrheit zu glauben und mich nicht von den Lügen des Feindes einschüchtern zu lassen. Stärke meinen Glauben, Herr. Lass mich mutig vorangehen, mit meinem Blick fest auf Dich gerichtet. Danke, dass ich nicht allein kämpfe. Amen.
Vielleicht geht es dir gerade wie mir an manchen Tagen – du fühlst dich müde oder angegriffen im Glauben. Dann möchte ich dich mit diesem Vers ermutigen: Bleib dran! Gott sieht dich. Er geht mit dir. Du bist nicht allein. Sei wachsam, steh fest im Glauben, sei mutig, sei stark – nicht, weil du perfekt bist, sondern weil Gott mit dir ist.
Von Herzen,
deine Ulrike
Amen.


