1. Chronik 16,11 – „Fragt nach dem Herrn und nach seiner Stärke, sucht sein Angesicht allezeit!“
Als ich diesen Vers gelesen habe, hat er mich mitten ins Herz getroffen.
Wenn ich diesen Vers lese, spüre ich, wie Gott mein Herz berührt. Er ruft mir zu: „Komm zu mir. Ich bin da. Ich bin stark. Ich habe alles, was du brauchst.“ Und das tut so gut.
Dieser Vers steht in einem Lobgesang, den David singen ließ, als die Bundeslade – also das sichtbare Zeichen von Gottes Gegenwart – nach Jerusalem gebracht wurde. Es war ein Tag voller Freude und Dankbarkeit, ein Tag, an dem das ganze Volk Gott die Ehre gegeben hat. David erinnert das Volk daran, wie treu und mächtig Gott ist, und ruft es auf, Gott zu suchen und auf ihn zu vertrauen.
Gott ist stark. Seine Stärke ist größer als alles, was ich je begreifen kann. Er ist ein Gott, der sich nach Beziehung sehnt. Er will, dass wir zu ihm kommen – mit allem, was wir sind und haben: mit unserer Freude, aber auch mit unserer Schwäche, unseren Fragen, unserer Angst.
Gott ist nicht genervt, wenn ich ihn zum hundertsten Mal suche. Er wendet sich mir nicht ab. Im Gegenteil: Er wartet auf mich. Und wenn ich ihn suche, dann finde ich ihn. Vielleicht nicht immer so, wie ich es mir vorstelle – aber auf seine Weise, zur richtigen Zeit.
Wir sind dazu geschaffen, in Verbindung mit Gott zu leben. In seiner Nähe liegt unsere Kraft. Ich merke das so oft: Wenn ich versuche, alles alleine zu schaffen, komme ich schnell an meine Grenzen. Aber wenn ich mich an Gott wende, verändert sich etwas. Vielleicht nicht sofort die Umstände – aber ich verändere mich. Ich werde ruhig. Ich bekomme neuen Mut.
„Sucht sein Angesicht allezeit“ – das ist für mich eine Einladung, jeden Tag neu Gottes Nähe zu suchen. Nicht nur dann, wenn ich gerade nicht weiterweiß. Auch in den guten Momenten. Ich darf alles mit ihm teilen. Ich darf fragen, ich darf bitten, ich darf still sein.
Ich kann morgens sagen: „Herr, ich brauche dich heute. Zeig mir deinen Weg.“
Oder abends: „Danke, dass du da warst – in allem, was heute war.“
Ich darf Gott immer wieder neu Raum in meinem Leben geben. Er drängt sich nicht auf, aber er ist da – und wartet darauf, dass ich komme.
Gott kann so viel mehr tun, als ich mir vorstellen kann. Warum also sollte ich ihn nicht suchen? Warum sollte ich mich mit weniger zufriedengeben, wenn ich doch den Schöpfer des Himmels und der Erde an meiner Seite habe?
An dich, der du das hier liest:
Vielleicht fühlst du dich gerade schwach. Vielleicht hast du das Gefühl, dass Gott weit weg ist. Dann will ich dir sagen: Er ist da. Du darfst ihn suchen. Er hört dich. Und er ist stark – auch dann, wenn du es gerade nicht bist.
Mach dich auf den Weg. Sprich mit ihm. Öffne ihm dein Herz. Du wirst nicht enttäuscht werden.
Sei gesegnet,
Ulrike
Gebet:
Vater im Himmel,
ich danke dir, dass du ein Gott bist, der sich finden lässt.
Du bist nicht fern, du bist da – und du willst mit mir unterwegs sein.
Hilf mir, dich jeden Tag neu zu suchen.
Schenke mir Vertrauen, dass du mich hörst, wenn ich rufe.
Zeig mir dein Angesicht und erfülle mich mit deiner Kraft.
Ich will mit dir leben – allezeit.
Amen.


