„Ich denke an deine großen Taten, Herr, ich erinnere mich an die Wunder von früher.“ – Psalm 77,12
Kennst du diese Tage, an denen dein Herz schwer ist und du das Gefühl hast, Gott sei weit weg? Du betest, aber es fühlt sich an, als käme keine Antwort. Deine Gedanken kreisen, die Sorgen drücken, und du fragst dich: Wo bist du, Gott?
Genau in solchen Momenten kann dieser Vers aus Psalm 77 zu dir sprechen. Der Psalmbeter ist selbst in einer tiefen Krise. Er ringt mit Gott, stellt Fragen, fühlt sich verlassen. Aber dann trifft er eine Entscheidung: Ich erinnere mich an das, was du getan hast, Herr. Er blickt zurück – auf Gottes Taten, auf Wunder, auf seine Treue.
Auch du darfst dich erinnern. An Situationen, in denen Gott dich durchgetragen hat. An Gebete, die er erhört hat. An Zeiten, in denen du seine Nähe gespürt hast. Vielleicht sind es kleine Zeichen, ein Wort zur rechten Zeit, ein Mensch, der für dich da war, ein Moment der tiefen inneren Ruhe mitten im Sturm.
Wenn du zurückblickst, wird dir bewusst: Gott war schon so oft an deiner Seite. Er hat dich nie verlassen. Er hat dich geführt – durch tiefe Täler und über hohe Berge. Und er wird es wieder tun. Denn er ändert sich nicht. Seine Treue bleibt.
Was dieser Vers dir über Gott sagt:
Gott ist ein Gott der Geschichte – und deiner Geschichte. Er hat nicht nur früher Wunder getan, er wirkt auch heute noch. Er sieht dich, er hört dich, er meint es gut mit dir. Auch wenn du ihn gerade nicht fühlst, ist er da.
Was er dir über dich selbst sagt:
Du vergisst leicht, was Gott schon alles getan hat. In schweren Zeiten verlierst du manchmal den Blick für das, was hinter dir liegt. Aber du darfst dich bewusst entscheiden: Ich erinnere mich. Ich halte fest an dem, was ich mit Gott erlebt habe.
Was du im Alltag tun kannst:
Mach dir Gottes Wirken wieder bewusst. Vielleicht hilft es dir, dir schöne Erlebnisse mit Gott aufzuschreiben oder ein kleines „Erinnerungstagebuch“ zu führen. Lies alte Gebetsnotizen durch oder sprich mit anderen über das, was ihr mit Gott erlebt habt. Solche Erinnerungen schenken dir neue Hoffnung – gerade dann, wenn es dunkel ist.
Sei gesegnet,
Ulrike
Gebet:
Herr Jesus Christus, ich will mich erinnern an das, was du in meinem Leben getan hast. Du hast mich getragen, mir neue Kraft geschenkt, mir geholfen, wenn ich nicht weiterwusste. Danke für deine Treue. Hilf mir, nicht zu vergessen, wie gut du bist. Und schenke mir neuen Mut für das Heute, getragen von dem, was du schon gewirkt hast. Amen.


