„Und das ist die Zuversicht, die wir zu ihm haben: Wenn wir etwas nach seinem Willen bitten, so hört er uns.“
– 1. Johannes 5,14
Der Vers stammt aus dem ersten Johannesbrief. Johannes schreibt an Menschen, die an Jesus glauben – um ihnen Mut zu machen, in ihrem Glauben festzubleiben. Er erinnert sie daran, dass sie zu Gott gehören und dass sie sich auf ihn verlassen können. Besonders am Ende seines Briefes will Johannes zeigen, dass wir eine feste Hoffnung haben dürfen: Gott ist da. Er liebt uns. Und er hört uns.
Wenn ich diesen Vers lese, dann spüre ich: Mein Gott ist kein ferner, gleichgültiger Gott. Er ist mein Vater. Und ein Vater, der seine Kinder liebt, hört zu. Er hat offene Ohren und ein weites Herz für das, was mich beschäftigt. Ich darf mit allem zu ihm kommen – mit meinen Sorgen, meinen Fragen, meinen Träumen. Gott ist nicht genervt von meinem Gebet. Im Gegenteil: Er freut sich, wenn ich mit ihm rede.
Und das berührt mich. Weil ich weiß: Ich bin ihm nicht egal. Er meint es gut mit mir. Er wird mir nichts vorenthalten, was mir wirklich gut tut.
Ich gehöre zu Gott. Ich bin sein Kind – nicht, weil ich perfekt bin oder alles richtig mache, sondern weil ich ihm mein Leben anvertraut habe. Ich darf mit Zuversicht beten. Nicht aus Angst, nicht aus Zwang, sondern weil ich weiß, dass er mich liebt.
Diese Gewissheit gibt mir Ruhe. Ich muss keine ausgefeilten Gebete sprechen, keine religiösen Rituale einhalten. Ich darf einfach ehrlich sein. Offen. So wie ich bin. Und Gott hört mich – wenn mein Gebet seinem Willen entspricht, wird er es erhören. Davon bin ich überzeugt.
Was ich im Alltag daraus mitnehme
Ich will beten – nicht nur dann, wenn es mir schlecht geht, sondern in jeder Lebenslage. Und ich will lernen, immer mehr im Vertrauen zu leben. Nicht alles in meinem Leben läuft so, wie ich es mir wünsche. Manche Bitten bleiben scheinbar unerhört. Aber ich will nicht aufgeben. Ich will glauben, dass Gott mich sieht, dass er mein Herz kennt und dass er weiß, was gut für mich ist.
Ich darf ihm alles bringen: Meine Angst, meine Zweifel, meine Freude, meine Sehnsucht. Und ich will mich immer wieder fragen: Gott, was willst du? – denn ich glaube, dass seine Pläne besser sind als meine.
Meine persönlichen Erfahrungen
Ich habe erlebt, wie Gott Gebete erhört hat. Mal auf eine leise, sanfte Art – mal völlig überraschend. Manchmal habe ich erst im Nachhinein erkannt, dass seine Antwort viel besser war als das, worum ich ursprünglich gebeten hatte.
Ich habe aber auch Zeiten erlebt, in denen ich das Gefühl hatte, mein Gebet prallt ab. Und doch hat sich mit der Zeit etwas verändert: Nicht immer die Umstände, aber mein Herz. Ich bin ruhiger geworden. Getragener. Und genau das ist vielleicht die größte Gebetserhörung überhaupt: dass ich Gottes Nähe spüre – selbst im Sturm.
Ein paar Worte an dich
Vielleicht betest du schon lange für etwas und fragst dich, ob Gott dich überhaupt hört. Oder du traust dich gar nicht erst zu beten, weil du meinst, du bist nicht gut genug. Ich möchte dir sagen: Du bist Gottes Kind. Wenn du dein Leben Jesus anvertraut hast, dann bist du Teil seiner Familie. Und als sein Kind darfst du zu ihm kommen – jeden Tag, mit allem, was in deinem Herzen ist.
Er hört dich. Und er liebt dich.
Gottes Segen,
Ulrike
Gebet:
Vater, ich danke dir, dass ich dein Kind sein darf. Danke, dass ich mit allem zu dir kommen kann. Hilf mir, dir zu vertrauen – auch dann, wenn ich deine Antwort nicht gleich erkenne. Schenke mir ein offenes Herz für deinen Willen und Mut, dran zu bleiben im Gebet. Ich weiß: Du meinst es gut mit mir. Amen.

